Die Streitser Kirmes

 

Fernab jeglicher Zivilisation tummelt sich im schönen Westerwald ein Völkchen, das als „des Wahnsinns fette Beute“, „die Unersättlichen“ oder schlicht als „DIE STREITSER“ in die Annalen des Fetenkults eingehen wird. Eigentlich sind wir ja fast normal, doch zur Kirmes, da mutiert der Streitser zu einem Wesen, das nur noch entfernt an den gemeinen Homo Sapiens erinnert. Um sich vom Rest der sog. Menschheit auch optisch abzugrenzen, stülpt er sich ein rotes Leibchen über den Oberkörper und glaubt, damit gegen die Folgen  eines leicht überreizten Alkoholgenusses immun zu sein.

 

 

Nur Yvonne (unser Kirmesekel 2002!) hat natürlich mal wieder in den falschen Kleiderschrank gegriffen. Yvonne, den roten Kittel!!!

 

 

Fast richtig, aber nicht die rote Mütze, sondern den roten Kittel!

 

 

Na also. Dank einer kollektiven Kleiderschrank-

Inspektion konnten wir unserem Ekel endlich das korrekte Outfit verpassen.

 

 

Vor dem Gemeindehaus versammelt sich ein Teil der Rotkittel-Garde. Da erstaunlich viele noch stehen können, muss das Foto vor der Kirmes aufgenommen worden sein.

 

 

Zum Vergleich: Ein paar Stunden später sehen die Fotos eher so aus.

 

So, jetzt aber wirklich mal der Reihe nach. Es folgt eine halbwegs chronologische Aufbereitung der drei wichtigsten Tage des Jahres für einen Streitser. Die fotografische Beweisführung, dass wir uns an diesen Tagen fernab vom Stadium etwaiger Zurechnungsfähigkeit befinden:

 

 

 

Das Äquivalent zum Kölner Dom (allerdings leider nur drei Tage lang): Unser Kirmesbaum, der während der tollen Tage über dem Dorf thront, wird aufgestellt.

 

Direkt im Anschluss wird die Kirmes ausgerufen. Dafür lassen sich die Rotkittel mit Traktor-Power durchs Dorf kutschieren. Um den restlichen Anwohnern die Kirmes schmackhaft zu machen, verteilen wir großzügig Schnaps unter der Bevölkerung.

Hier zunächst ein historisches Dokument:

 

 

Natürlich müssen wir selbst auch versorgt sein. Die wichtigsten Utensilien für den Umzug werden also erstmal verladen.

 

 

Dann geht's fröhlich auf Reisen. 

 

 

So mancher kümmert sich allerdings lieber selbst um die guten Tropfen, als sie zu verteilen.

 

 

Das ist natürlich eine Fotomontage. Jeder weiß doch, dass in Streitsen immer die Sonne scheint!

 

 

Weil auch die Nicht-Rotkittel-Streitser einen gesegneten Appetit haben, müssen wir ab und zu mal warten. (Außerdem gibt's keine Klos auf den Traktoren...)

 

 

Ups, ein rosa Leibchen? Wie tuffig!

 

 

Irgendwann sind die motorischen Fähigkeiten der Fahrer infolge Gerstensaftkonsums derart eingeschränkt, dass die Jugend das Steuer übernehmen darf.

 

 

Nach getaner Arbeit wird die Kirmes im Zelt vom Ekel eröffnet. Dann geht's erst richtig los. Aus leicht ersichtlichen Gründen gibt es davon nur sehr wenig Fotomaterial...

 

 

Sonntag geht's musikalisch zu. Eine Prozession, gegen die der Rosenmontagszug wie eine Märklin N-Spur wirkt, zieht durchs Dorf...

 

 

..., um den Ekel abzuholen...

 

 

...und ins Zelt zu geleiten, wo mal wieder... na ja, das kennt man ja schon.

 

 

Montag, 7.00(!) Uhr MEZ. Wir sind wieder topfit und ziehen los, um sämtliche (Hühner-)Eier des Dorfes einzusammeln. 

 

 

Bei manch einem Spender gibt's sogar ein komplettes Frühstück. 

 

 

Sonst wird einfach mal so pausiert. Eiersammeln ist anstrengend!

 

 

Im Zelt gibt's anschließend das zünftige Frühstück: Gebackene Eier, hier von unseren Starköchen fachmännisch zubereitet...

 

 

...und vom musikalischen Quartett angepriesen.

 

 

Weil's so früh ist, tollt manch einer noch ein bisschen auf der Wiese rum. Hier ein beliebtes Kirmesspiel: Wettrollen zum näxten Körbchen...

 

 

... der Verlierer wird mit einem Müllbeutel k.o. geschlagen.

 

Und dann... wie gehabt!

 

Der Vollständigkeit halber muss noch hinzugefügt werden, dass die Kirmes traditionell mit der Sockenverbrennung endet. Wer jemals Montagnacht nach dem dritten Augustwochenende durch Streitsen, gegangen, gefahren oder sonstwas ist, weiß, wovon ich rede. Fotos gibt's davon leider (noch) nicht.